Wiesbadener Tagblastt vom 05.02.2011 – GEISENHEIM

“ABSOLVENTEN Feier auf Geisenheimer Campus besitzt trotz Staatsvertrag-Kündigung heitere Züge

(tst). „84 neue Geisenheimer“, so formulierte es Dekan Otmar Löhnertz, haben gestern den Rheingauer Campus der Hochschule RheinMain mit ihren Absolventen-Urkunden verlassen. Eigentlich sollten sie im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen und nicht die Hochschulpolitik, meinte Löhnertz bei der Feier. Doch komplett mochten die Redner die akademische Zukunft Geisenheims nicht übergehen.

Es stelle sich die Frage, ob die Kündigung des Staatsvertrages durch Rheinland-Pfalz ein „historischer Wendepunkt“ sei, sagte Detlev Reymann, der Präsident der Hochschule RheinMain. Es gelte, die Chance zu suchen, die in dem umstrittenen Schritt stecke, um die Zukunft des Standorts zu sichern. Große Einigkeit herrscht offenbar darüber, dass die Wiedervereinigung von Forschung und Lehre die besten Perspektiven biete.

„Die Trennung von Forschung und Lehre wurde hier nie richtig gelebt“, erklärte Hans-Reiner Schultz, der Direktor der Forschungsanstalt. Offen ließen die Verantwortlichen noch, in welcher Form die wissenschaftliche Verschmelzung gelingen sollte.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) habe kürzlich den Stellenwert des Campus Geisenheim bestätigt und Förderung zugesagt, berichtete Lönarz weiter, der rund 2000 Ehemalige repräsentiert. Zum Staatsvertrag wollte Schultz lieber eine „Schweigeminute“ einlegen. Es seien „mit Heftigkeit viele Türen zugeschlagen“ worden, was „groteske Züge“ besessen habe, monierte Lönarz.

(…)

Schultz scherzte daher, dass die Steuer-Mehreinnahmen zuerst für eine Raumerweiterung vor Ort verwendet werden sollten. Überhaupt ging es heiter zu. So ließ Reymann das Foto eines Schildes mit der Aufschrift „Geist ist Geil“ an die Leinwand projizieren. Was als bildungspolitisches Motto gedacht war, brachte Schultz auf andere Ideen: Da habe vermutlich ein Geisenheimer Getränketechnologe an Himbeer-Geist gedacht.

Direktor Schultz präsentierte dagegen eigene selbstbewusste Verse voller Zukunftsmut: „Geisenheim ist eine Marke – keine schwache, eine starke.“


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